Neues Projekt zur Aufbereitung von Brüdenkondensat

EnviroChemie hat von einem deutschen Energieunternehmen den Auftrag zur Planung und Errichtung einer Anlage zur Behandlung von Brüdenkondensat aus der Klärschlammtrocknung am Standort Knapsacker Hügel erhalten. Die Anlage wird für die Behandlung von rund 480 m³ Brüdenkondensat pro Tag bzw. zwei Kondensatströmen mit jeweils bis zu 10 m³/h ausgelegt und stellt die zuverlässige Aufbereitung der anfallenden Kondensate vor der indirekten Einleitung in die industrielle Abwasserbehandlung sicher.

Das Projekt ist Teil der neuen Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage des Energieunternehmens, in der künftig bis zu 180.000 Tonnen kommunaler Klärschlamm pro Jahr thermisch verwertet werden können. Die Anlage schafft zugleich die Voraussetzungen für die gesetzlich vorgeschriebene Phosphorrückgewinnung und ist ein wichtiger Baustein für die zukünftige Klärschlammverwertung in Deutschland. Die Inbetriebnahme der Aufbereitungsanlage für die Brüdenkondensate ist für 2029 vorgesehen.

Anspruchsvolle Brüdenkondensate sicher behandeln

Brüdenkondensate aus der Klärschlammtrocknung enthalten je nach Betriebszustand relevante Konzentrationen an Ammonium, organischen Inhaltsstoffen, Kohlenwasserstoffen und weiteren Begleitstoffen. Für den Kunden realisiert EnviroChemie deshalb eine mehrstufige Aufbereitungslösung aus einer chemisch-physikalischen Envochem®-Anlage. Das Verfahren umfasst unter anderem:

  • Misch- und Ausgleichsbehälter zur Pufferung von Lastschwankungen
  • Vorbehandlung zur Reduktion von Öl- und Kohlenwasserstoffen
  • chemisch-physikalische Behandlung mit nachgeschalteter Filtration
  • NH₃-Stripper mit Ammoniumsulfat-Absorption zur gezielten Ammoniakentfernung
  • Neutralisation und pH-Wert-Anpassung
  • optionale Polishing-Stufe zur weiteren Reduktion von Spurenstoffen und Phenolen
  • integrierte Schlammbehandlung

Das aufbereitete Wasser erfüllt die Anforderungen für die vorgesehene Indirekteinleitung. Gleichzeitig zeigt das Projekt das Potenzial moderner Brüdenkondensataufbereitung: Bereits nach der vorgesehenen Behandlung wird eine hohe Wasserqualität erreicht. Das Projekt zeigt damit zugleich das Potenzial moderner Brüdenkondensataufbereitung für zukünftige Anforderungen an Ressourceneffizienz und Wasserkreisläufe. So lassen sich langfristig Potenziale zur Reduzierung des Frischwasserbedarfs in industriellen Prozessen erschließen.

Wachsender Markt durch Phosphorrückgewinnung

Mit den gesetzlichen Vorgaben zur Phosphorrückgewinnung entstehen derzeit deutschlandweit neue Klärschlamm-Monoverbrennungsanlagen. Damit wächst auch der Bedarf an leistungsfähigen Lösungen für die Brüdenkondensataufbereitung, industrielle Abwasserbehandlung und Prozesswasseraufbereitung.

Die Aufbereitung dieser häufig stark belasteten Kondensate stellt Planer und Betreiber vor besondere Herausforderungen. Daher gewinnt die Entwicklung wirtschaftlicher und verfahrenstechnisch robuster Behandlungskonzepte zunehmend an Bedeutung.

Dem Auftrag des Kunden gingen umfangreiche Vorstudien, Laboruntersuchungen und Engineering-Leistungen voraus. Mit dem Projekt am Knapsacker Hügel stärkt EnviroChemie seine Referenzen in den Bereichen Klärschlammtrocknung, Klärschlamm-Monoverbrennung und industrielle Abwasserbehandlung. Gleichzeitig baut das Unternehmen seine Kompetenz bei der Behandlung anspruchsvoller Brüdenkondensate weiter aus und schafft eine solide Basis für zukünftige Projekte im Umfeld der Phosphorrückgewinnung.

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