Ein Gesamtpaket an Rundum-Sorglos-Vorteilen

Die Betreuung der Abwasseranlagen vollständig auslagern an Experten: Das ist zum Beispiel für Molkereien interessant, die immer wieder Veränderungen in ihrer Produktion erwarten. Es vereinfacht das Management, sowohl von der Anlage als auch des Personals. Des Weiteren führt es zu zusätzlichen positiven Effekten – wie im Fall eines Kunden von EnviroChemie, der Stromkosten senken konnte.

Eine Abwasseranlage ist ein wenig vergleichbar mit dem Bauch einer Kuh. Abwasseranlagen mit einer anaeroben biologischen Behandlungsstufe bzw. einem Faulturm produzieren Methan also Biogas – ähnlich wie eine Kuh. Eine Produktionsumstellung, die einer Nahrungsumstellung bei einer Kuh entspricht, kann dabei einiges durcheinanderbringen. „Einer unserer Molkerei‐Kunden hatte zum Beispiel ein neues Produkt mit proteinfreier Milch gestartet“, erinnert sich Ulrich Böhm, bei EnviroChemie zuständig für Betriebsführungen & Contracting. Für das Abwasser bedeutete das: Die Bakterien in der Abwasseranlage trafen auf ein anderes Nährstoffverhältnis und reagierten darauf auch anders. Das hätte zu einer Verletzung der Einleitwerte durch unzureichend aufbereitetes Abwasser führen können. Doch durch eine frühzeitige Abstimmung der Molkerei mit EnviroChemie konnte dies durch entsprechende Gegenmaßnahmen verhindert werden. 

Rundum versorgt beim Wassermanagement

Diese Herausforderung in der Abwasserbehandlung ist für viele Milchproduzenten Alltag: neue Produkte oder schwankende Produktionsmengen, die wiederum Auswirkungen auf die Abwasseranlage haben. In solchen Fällen ist es sinnvoll, wenn sich jemand um die Anlage kümmert, der sich mit den verschiedenen Parametern und Veränderungen bis ins Detail auskennt. 

Abwassermanagement ist ein komplexes System, und nicht jede Molkerei hat einen entsprechenden Spezialisten im Team. „Man kann sich da natürlich einarbeiten, aber bei vielen Herausforderungen hilft vor allem Erfahrung“, sagt Böhm. „Zu unserem Team gehören Gruppenleiter, die sich seit 30 Jahren mit Abwasserreinigungsanlagen beschäftigen und entsprechend schon viel gesehen haben. Und sollten sie etwas trotzdem noch nicht kennen, dann haben es unsere Verfahrenstechniker bestimmt schon einmal bewältigt.“ Böhm organisiert die externe Betreuung der Abwasseranlagen von Kunden – Betriebsführungen genannt. Das bedeutet, EnviroChemie koordiniert, und führt die Mitarbeiter, die die Anlage vor Ort betreuen. Außerdem unterstützen Spezialisten verschiedener Fachrichtungen aus der EnviroChemie‐Zentrale und weiteren Betriebsführungszentren die Enviro‐Chemie‐Mitarbeiter vor Ort auf der Kläranlage. Der Wasserspezialist stellt dabei auch selbstproduzierte Wasserchemikalien bereit und kümmert sich um die Schlammentsorgung. Damit gewährleistet er vertraglich ein ganzheitliches (Ab)Wassermanagement im Betrieb.

Bei der Betriebsführung erledigt das Enviro‐Chemie Fachpersonal die notwendigen Wassertechnik-Anpassungen.

Das Besondere: EnviroChemie geht ganzheitlich auf die verschiedenen Anforderungen einer Molkerei ein. Dadurch können Maßnahmen wie das Wasserrecycling, das eine immer wichtigere Rolle für die Betriebe spielt, gewinnbringend umgesetzt werden. So kann beispielsweise aus Brüdenkondensat Wasser zurückgewonnen werden. Das spart Kosten auf der Frischwasserseite ein und reduziert das in den Vorfluter und die Kanalisation eingeleitete Abwasser. Damit verbessern Molkereien ihren Wasserfußabruck und ihre Umweltbilanz. So wie bei jenem Molkerei‐Kunden, der vor einigen Jahren mit dem Plan an EnviroChemie herantrat, demnächst in mehreren Abschnitten die Produktion erweitern zu wollen: „Der Auftrag an uns lautete, dass die Anlage spätestens zu diesen Meilensteinen auf die erhöhten Frachten eingestellt sein muss“, sagt Böhm. Sein Team übernahm die Betriebsführung, der Kunde profitierte von einem schlanken Projektmanagement. Denn EnviroChemie war für alle Details selbständig verantwortlich: die verfahrenstechnische Auslegung, den zusätzlichen Bau von Becken bis hin zur Ausrüstung mit Aggregaten oder Motoren. „Wenn etwas anschließend nicht funktioniert, stehen wir dafür gerade“, unterstreicht Böhm.

Befreit von Aufgaben, die viel Zeit kosten

Durch die Betreuung durch Experten lassen sich zudem mitunter versteckte Potenziale heben: „Wir konnten bei der bestehenden Anlage direkt Stromkosten einsparen, indem wir die Fahrweise der Gebläse geändert haben“, erzählt Böhm. Darüber hinaus gehört zum Konzept der Betriebsführung auch die Instandhaltung der Anlagen: Präventive Wartung, Reparaturen, normale tägliche Rundgänge. „Solche Dinge fressen ja im Alltag einer Produktion sehr viel Zeit“, sagt Böhm. Und in vielen Fällen erfordern diese Arbeiten ohnehin, dass sich der Kunde mit einem Dritt‐Anbieter hätte auseinandersetzen müssen. All das ersparen sich Kunden bei einer Betriebsführung durch EnviroChemie: „Sie haben weniger Aufwand an Koordination, weniger Aufwand beim Personal, und wir können obendrein für unsere Kunden oft bei vielen Ersatzteilen noch bessere Preise erzielen“, fasst Böhm zusammen. Bild: Vor Ort ein Ansprechpartner: für Chemie, Schlamm, Ersatzteile. Das entlastet den Kunden beim Aufwand für Rechnungen und Lieferantenverhandlungen. 12.08.20/Qr Abgerechnet werden solche Betriebsführungs‐ Modelle normalerweise über einen Fixkostenanteil, der zum Beispiel Personal und Wartung abdeckt, gekoppelt mit einem variablen Anteil, der sich etwa an der Abwassermenge bemisst.

Vor Ort ein Ansprechpartner: für Chemie, Schlamm, Ersatzteile. Das entlastet den Kunden beim Aufwand für Rechnungen und Lieferantenverhandlungen.

Erweitern lässt sich die Betriebsführung zusätzlich um die Finanzierung der Anlage: Es ist dann möglich, dass ein Unternehmen wie EnviroChemie die Anlage finanziert, baut und betreibt. „Damit kann die Abwasseranlage in unseren Büchern verbleiben, was für die Bilanz der Kunden eine interessante Option sein kann“, beschreibt Böhm. Vor allem angesichts der Tatsache, dass Abwasseranlagen aus betriebswirtschaftlicher Sicht nichts produzieren. „Sie bringen keine Rendite, aber jeder braucht sie“, lautet ein geflügelter Satz über die Abwasserentsorgung. Das Contracting einer Anlage sei deshalb auch in Zeiten günstiger Finanzierung attraktiv für viele Molkereien, ist Böhm überzeugt.

Sicherheit durch ständige Verfügbarkeit

Auch Verfügbarkeit ist ein Stichwort. „In manchen Produktionen kosten Ausfälle schnell eine Million Euro am Tag“, weiß Böhm. „Da will man sicher sein, dass der Ansprechpartner wirklich jederzeit erreichbar ist, auch um 20 Uhr an Heiligabend.“ Zwar verfügen viele Unternehmen über ihre eigenen Rufbereitschaften an den Standorten, aber diese kennen sich nicht zwangsläufig mit Abwasseranlagen aus, und sind dann doch wieder auf externe Hilfe angewiesen. Zeit kostet in diesen Fällen häufig viel Geld. Eine Betriebsführung sorgt hingegen für Sicherheit.

Von Anfang bis Ende im Blick

Darüber hinaus ist Schlammentsorgung für Molkereien ein wichtiges Thema geworden, gerade in Deutschland, wo eine Gesetzesnovelle die Gegebenheiten verändert hat: Seit erschwert wurde, dass der Schlamm auf die Felder ausgebracht werden darf, entstehen für die Molkereien zusätzliche Kosten bis dahin, dass sie keine Senken mehr zur Entsorgung finden. Dabei gebe es je nach Standort und Gegebenheiten günstigere Lösungen, sagt Böhm. Auch hier seien aber Erfahrung und Expertise entscheidend, um die beste Alternative identifizieren zu können. Aus Böhms Sicht ist das Gesamtpaket all dieser Vorteile der entscheidende Grund, warum Molkereien das Modell eine Betriebsführung in Betracht ziehen sollten: „Das Positive ist eben, dass wir alles wirklich von Anfang bis Ende betrachten“, unterstreicht er. Wenn sich an verschiedenen Abschnitten des Lebenszyklus einer Anlage, von der Planung über den Bau bis hin zu künftigen Erweiterungen, jeweils unterschiedliche Experten um die Ausführung kümmern, komme es automatisch zu Wissensbrüchen und erhöhten Kosten: „Wenn wir eine Anlage aus einer Hand bauen und betreuen, vermeiden wir Schnittstellen, dies ist sowohl technisch auch finanziell von Vorteil “, so Böhm.

Beim Contracting finanziert EnviroChemie die Abwasseranlagen vor – das schont die Liquidität der Molkerei (Foto von Mirjana Ristic Damjanovic)

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